
Viele, die zu uns in die Ernährungsberatung kommen, haben schon einmal eine Kalorien-App benutzt. Jede Mahlzeit wird eingetragen, jeder Snack, jedes Glas Saft. Ein paar Wochen lang geht das gut. Dann wird es lästig, und irgendwann bleibt die App einfach zu.
Wir sagen deshalb gleich am Anfang, dass du bei uns keine Kalorien zählen musst.
Ganz egal sind Kalorien trotzdem nicht
Wer über lange Zeit mehr Energie aufnimmt, als er verbraucht, legt zu. Daran führt kein Weg vorbei. Daraus folgt aber nicht, dass man jede Kalorie aufschreiben muss.
Die Zahlen in den Apps und auf den Verpackungen sind Schätzungen. Wie viel dein Körper an einem Tag verbraucht, hängt außerdem von vielen Dingen ab, zum Beispiel davon, wie viel du dich bewegst, wie du geschlafen hast und wie viel Muskulatur du hast. Ganz genau wird das Zählen also nie.
Dazu kommt, dass Menschen ihre Essensmengen schlecht einschätzen. In einer Studie, die 1992 im New England Journal of Medicine erschien, hatten die Teilnehmenden nach eigener Aussage sehr wenig gegessen. Tatsächlich war es im Schnitt fast doppelt so viel, wie sie angegeben hatten [1]. Mit Unehrlichkeit hat das nichts zu tun. Beim Schätzen liegen wir einfach oft daneben.
Worauf wir stattdessen schauen
Wir schauen mit dir auf deine Gewohnheiten. Eine Frage ist zum Beispiel, ob du von deinen Mahlzeiten satt wirst, denn wer ständig Hunger hat, hält nicht lange durch. Gemüse und eiweißreiche Lebensmittel helfen dabei, ohne dass die Portionen riesig werden müssen.
Eiweiß ist uns generell wichtig. Eine Übersichtsarbeit im American Journal of Clinical Nutrition kam zu dem Ergebnis, dass eiweißreichere Kost beim Abnehmen hilft, mehr Muskulatur zu erhalten und etwas länger satt zu bleiben [2].
Außerdem achten wir auf feste Mahlzeiten. Wer morgens richtig frühstückt, hat am Nachmittag oft weniger Heißhunger. Für die vollen Tage lohnt sich ein kleiner Vorrat an einfachen Gerichten, damit nicht der Lieferdienst einspringen muss. Und ein Stück Kuchen am Tisch zu genießen, tut dir mehr gut als eine halbe Tüte Chips nebenbei vor dem Fernseher.
Wann Zählen doch sinnvoll sein kann
Manche Menschen mögen Zahlen. Für sie kann es hilfreich sein, ein oder zwei Wochen lang aufzuschreiben, was sie essen. Das Ziel ist dann, zu verstehen, woher die meiste Energie kommt. Danach geht es meistens gut ohne App weiter.
Fortschritt ohne Zahlen
Wenn du nicht zählst, brauchst du andere Hinweise, dass du auf einem guten Weg bist. Bei uns sind das vor allem die Körperanalyse, das Gefühl in der Kleidung und mehr Energie im Alltag. Ob dir dein Essen schmeckt, gehört für uns auch dazu.
Wie wir in der Ernährung arbeiten, liest du auf unserer Seite zur Ernährungsbegleitung.
Quellen
- Lichtman SW, Pisarska K, Berman ER et al. (1992): Discrepancy between self-reported and actual caloric intake and exercise in obese subjects. New England Journal of Medicine 327(27):1893–1898. doi.org/10.1056/NEJM199212313272701
- Leidy HJ, Clifton PM, Astrup A et al. (2015): The role of protein in weight loss and maintenance. American Journal of Clinical Nutrition 101(6):1320S–1329S. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25926512

Grundlage sind die Fragen und Erfahrungen aus unserer täglichen Arbeit im Studio. Bevor ein Beitrag erscheint, prüft Melissa ihn fachlich und gibt ihn frei, diesen am 25. Oktober 2026.
Dieser Beitrag gibt allgemeine Informationen und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn du gesundheitliche Beschwerden hast, sprich vor dem Start mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.